Mit dem Alter ändern sich viele Dinge auf einmal: Der Ruhestand beginnt, die Gesundheit wird wichtiger, die Wohnung passt vielleicht nicht mehr, und Behördenpost wird komplizierter. Gleichzeitig wird der Freundeskreis kleiner. Wer dann nicht weiß, wo es Rat gibt, fühlt sich schnell allein gelassen.
Dabei gibt es in Deutschland ein dichtes Netz an Beratungsangeboten für ältere Menschen – die meisten sind kostenlos. Wir stellen die wichtigsten vor, erklären, wofür sie zuständig sind, und geben Tipps, wie Sie die richtige Stelle in Ihrer Nähe finden.
Seniorenbüro und Seniorenberatung der Kommune

Die Altenhilfe ist nach § 71 SGB XII eine Aufgabe der Kommunen. Viele Städte und Landkreise unterhalten deshalb Seniorenbüros, Seniorenberatungsstellen oder Seniorenservicestellen. Sie sind so etwas wie ein Lotse: Sie beantworten Fragen selbst oder wissen, wer weiterhelfen kann.
Typische Themen
- Freizeit-, Bildungs- und Begegnungsangebote vor Ort
- Hilfen im Haushalt, Mahlzeitendienste und Hausnotruf
- erste Fragen zu Pflege und Pflegegrad
- Unterstützung bei Anträgen und Formularen
- Ehrenamt und Nachbarschaftshilfe
Daneben gibt es Seniorenbeiräte oder Seniorenvertretungen, die die Interessen älterer Menschen in der Kommunalpolitik vertreten. Auch sie sind oft gute Ansprechpartner, wenn es um Angebote vor Ort geht.
Rente, Grundrente und Finanzen

Viele Fragen im Alter drehen sich ums Geld: Stimmt meine Rente? Habe ich Anspruch auf Grundrente oder Grundsicherung? Was passiert mit der Rente, wenn der Ehepartner stirbt?
Deutsche Rentenversicherung
Die Deutsche Rentenversicherung berät kostenlos in ihren Beratungsstellen, telefonisch über das Servicetelefon 0800 1000 4800 und per Videoberatung. Zusätzlich gibt es ehrenamtliche Versichertenberater und Versichertenälteste, die bei Rentenanträgen helfen – oft direkt im Wohnort.
Grundsicherung und Wohngeld
Reicht die Rente nicht zum Leben, besteht möglicherweise Anspruch auf Grundsicherung im Alter oder auf Wohngeld. Zuständig für die Grundsicherung ist das Sozialamt, für das Wohngeld die Wohngeldstelle der Stadt oder des Landkreises. Viele Berechtigte stellen keinen Antrag, weil sie sich schämen oder den Rückgriff auf die Kinder fürchten. Dieser Rückgriff ist bei der Grundsicherung aber erst ab einem Jahreseinkommen eines Kindes von über 100.000 Euro möglich.
Schulden und Verträge
Bei Schulden helfen kostenlose Schuldnerberatungsstellen von Kommunen und Wohlfahrtsverbänden. Zu Verträgen, Versicherungen und unseriösen Haustürgeschäften berät die Verbraucherzentrale.
Wohnberatung: sicher und selbstständig zu Hause

Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Damit das gelingt, muss die Wohnung oft angepasst werden: Haltegriffe im Bad, eine bodengleiche Dusche, ein Treppenlift oder einfach weniger Stolperfallen.
Wohnberatungsstellen beraten neutral und meist kostenlos, häufig mit einem Hausbesuch. Sie zeigen, welche Veränderungen sinnvoll sind, welche Hilfsmittel es gibt und wie sich Umbauten finanzieren lassen. Bei einem Pflegegrad zahlt die Pflegekasse für Umbauten bis zu 4.180 € je Maßnahme. Auch die KfW fördert den altersgerechten Umbau, wenn Fördermittel verfügbar sind.
Andere Wohnformen
Wenn die eigene Wohnung nicht mehr passt, beraten Wohnberatungsstellen und Seniorenbüros auch zu Alternativen: betreutes Wohnen, Senioren-Wohngemeinschaften, Mehrgenerationenwohnen oder Pflegeheime. Dabei hilft es, früh zu planen, denn gute Plätze haben oft Wartezeiten.
Gesundheit, Pflege und Vorsorge

Bei gesundheitlichen Fragen ist die Hausärztin oder der Hausarzt die wichtigste Anlaufstelle. Für alles rund um Pflege und Pflegegrad helfen Pflegestützpunkte und die Pflegeberatung der Pflegekasse.
Weitere Stellen im Überblick
| Thema | Anlaufstelle |
|---|---|
| Pflege, Pflegegrad, Hilfsmittel | Pflegestützpunkt, Pflegekasse |
| Rechte als Patient | Unabhängige Patientenberatung Deutschland |
| Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung | Betreuungsbehörde, Betreuungsvereine |
| Patientenverfügung | Hausarzt, Betreuungsvereine, Hospizvereine |
| Demenz | Alzheimer-Gesellschaften, Gedächtnisambulanzen |
| Schwerbehindertenausweis | Versorgungsamt |
Betreuungsvereine und Betreuungsbehörden beraten kostenlos zur Vorsorgevollmacht. Eine Vollmacht sorgt dafür, dass im Ernstfall eine Vertrauensperson entscheiden kann – und nicht ein gerichtlich bestellter Betreuer.
Hilfe gegen Einsamkeit

Einsamkeit ist im Alter weit verbreitet und belastet Körper und Seele. Es gibt aber viele Möglichkeiten, wieder in Kontakt zu kommen.
- Begegnungsstätten und Seniorentreffs: Mittagstisch, Spielenachmittage, Ausflüge, Vorträge.
- Mehrgenerationenhäuser: offene Treffpunkte für Jung und Alt mit vielen Angeboten.
- Besuchsdienste: Ehrenamtliche von Kirchengemeinden und Wohlfahrtsverbänden besuchen regelmäßig ältere Menschen zu Hause.
- Silbernetz: ein kostenloses Gesprächsangebot für ältere Menschen unter 0800 4708090, täglich von 8 bis 22 Uhr.
- Telefonseelsorge: rund um die Uhr unter 0800 1110111 oder 0800 1110222.
Wer allein lebt und kaum noch aus dem Haus kommt, profitiert oft von einer festen Bezugsperson im Alltag. Eine Betreuungskraft, die mit im Haushalt lebt, sorgt für Gesellschaft, begleitet zu Terminen und Treffen und hilft, Kontakte wieder aufzunehmen. Mehr dazu auf unserer Seite zur Seniorenbetreuung.
Der richtige Weg zur passenden Beratung

Wer nicht weiß, wo er anfangen soll, fragt am besten zuerst im Seniorenbüro oder beim Pflegestützpunkt nach. Beide kennen die Angebote vor Ort und vermitteln weiter. Wichtig ist, nicht zu warten, bis ein Problem dringend wird: Viele Hilfen lassen sich in Ruhe besser planen.
Wenn Sie oder ein Angehöriger zu Hause mehr Unterstützung brauchen – im Haushalt, bei der Pflege oder einfach durch Gesellschaft –, beraten wir Sie gern zur 24-Stunden-Betreuung. Unsere Beratung ist kostenlos. Starten Sie mit der Bedarfsanalyse.
Häufige Fragen
Was ist ein Seniorenbüro?
Eine Beratungs- und Anlaufstelle der Stadt, des Landkreises oder eines Wohlfahrtsverbands für ältere Menschen. Sie informiert über Angebote vor Ort und hilft bei Anträgen.
Ist die Rentenberatung kostenlos?
Ja. Die Deutsche Rentenversicherung berät kostenlos in Beratungsstellen, telefonisch und per Video.
Müssen meine Kinder für meine Grundsicherung zahlen?
Nur wenn ein Kind mehr als 100.000 Euro im Jahr verdient. Darunter wird auf das Einkommen der Kinder nicht zurückgegriffen.
Wer berät zum altersgerechten Umbau?
Wohnberatungsstellen, oft mit Hausbesuch. Bei einem Pflegegrad zahlt die Pflegekasse Zuschüsse für Umbauten.
Was tun gegen Einsamkeit im Alter?
Seniorentreffs, Mehrgenerationenhäuser und Besuchsdienste helfen, Kontakte zu knüpfen. Telefonisch gibt es Silbernetz und die Telefonseelsorge.
Wo bekomme ich Hilfe bei der Vorsorgevollmacht?
Betreuungsvereine und Betreuungsbehörden beraten kostenlos. Für die Registrierung gibt es das Zentrale Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer.
Wer hilft, wenn das Geld nicht reicht?
Das Sozialamt für die Grundsicherung, die Wohngeldstelle und kostenlose Schuldnerberatungsstellen.
Stand: Oktober 2026. Gesetzliche Beträge nach SGB XI, unsere Preise laut Preisübersicht. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.



